Cake Pops,  Kuchen,  Rezepte

Vanille Cake Pops

Ich habe einige Anläufe gebraucht, um mein perfektes Rezept für saftige Cake Pops zu entwickeln. Freunde und Familie lieben sie und darum bereite ich sie zu jedem Anlass zu und wenn es keinen Anlass gibt, erschaffe ich einen. Achtung: Suchtgefahr! Sie sind wirklich zu köstlich. Um sie zuzubereiten, bedarf es Know-how und Erfahrung. In meinen Backkursen zeige ich, wie sie perfekt werden. Aber da ich kein Freund von Geheimhaltung bin, teile ich bereits hier mein Rezept mit euch. Viel Freude damit!



Intro

Schwierigkeitsgrad: Hoch    |    ca. 36 – 40 Stck.

Um Cake Pops herzustellen, braucht es einen fertiggebackenen Teig, der zerbröselt und mit Buttercreme (oder Ganache) geknetet und zu kleinen Kugeln geformt wird. Außerdem brauchst Du Cake Pop geeignete Schmelzglasur und Stiele. Als Grundteig backe ich meinen saftigen Vanillekuchen. Ob in einer runden oder einer eckigen Backform, spielt hierbei keine Rolle, da der Teig nachdem er abgekühlt ist zerbröselt wird. Erfahrungsgemäß kann ich mit diesem Rezept nach der Hinzugabe von Buttercreme ca. 40 Cake Pops formen. Wenn Du eine kleinere Portion backen möchtest, kannst Du die Zutatenmenge z.B. halbieren für Deine Zwecke.


Tipp: Verwende unbedingt alle Zutaten bei Raumtemperatur, damit sie sich besser miteinander vermengen lassen. Stelle die Butter und Eier dazu einige Stunden vorher raus. Wenn du es aber eilig hast, kannst du die Butter wenige Sekunden in der Mikrowelle weich werden lassen (nicht flüssig). Kalte Eier werden in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser schnell zimmerwarm.


Nachhaltig: Wenn Du ohnehin bereits einen Kuchen gebacken hast und noch Teigreste übrig sind, stellen Cake Pops grundsätzlich eine sinnvolle Weiterverarbeitung dar. Immer wenn ich Tortenböden gerade trimme, bewahre ich den Verschnitt auf, zerbrösel die Teigreste und nehme mir einen Klacks Buttercreme, um kleine Törtchen am Stiel zu formen. Es muss nicht immer Vanille sein. Du kannst auch Schokokuchen oder was anderes verwenden, das ist ganz Deinem Geschmack überlassen. Insbesondere weil sich Kuchenteig mit Frischhaltefolie eingewickelt einfrieren lässt, kannst Du die Weiterverarbeitung zu Cake Pops auch vertagen und an Deinen Zeitplan anpassen.



Deine Arbeitsschritte:

  • 1 | Vanilleteig
  • 2 | Vanille Buttercreme
  • 3 | Vanille Schmelzglasur

Zutaten

1 | Vanilleteig

– 250g Butter (zimmerwarm, weich)
– 300g Zucker
– 4 Eier
– 350g Mehl (gesiebt)
– 2 1/2 TL Backpulver
– 1/2 TL Salz
– 1 TL Vanilleexktrakt
– 200ml Milch


2 | Vanille Buttercreme

– 250g Butter (zimmerwarm, weich)
– 150 – 250g Puderzucker (gesiebt) Süße je nach Geschmack
– 1/2 EL Milch (optional)
– 1 TL Vanilleextrakt (optional)



3 | Vanille Schmelzglasur

– 320g Candy Melts (z.B. von Wilton)
– 100g Palmin Pflanzenfett (geschmacksneutral)

Optional: Glitzerdeko



Zubereitung



1 | Vanilleteig:
Füge Mehl (gesiebt), Salz und Backpulver in eine Schüssel, verrühre alles mit einem Schneebesen und halte die trockenen Zutaten bereit. Fülle die Milch in einen Becher und halte auch diesen bereit. Ich verwende flüssigen Vanilleextrakt, weil dieser aromatischer ist als Vanillezucker aus der Tüte. Wenn Du Vanillezucker verwendest, füge diesen zu deinen trockenen Zutaten. Wenn du Vanille direkt aus der Schote oder als Paste oder Extrakt verwendest, füge diese Deinen flüssigen Zutaten zu (in diesem Fall der Milch). Beginne damit, die Butter und den Zucker 5 Min. cremigweiß zu schlagen. Ergänze nun nach und nach die Eier, mixe zwischen den Eiern jeweils 30 Sekunden. Gib jedem Ei so die Zeit, vom Fett absorbiert zu werden. Füge nun die trockenen und flüssigen Zutaten im Wechsel hinzu und mixe jeweils 30 Sekunden. Beginne und ende mit den trockenen Zutaten. Ich gehe folgendermaßen vor 1/3 der trockenen – mixen – 1/2 der flüssigen – mixen – 1/3 der trockenen – mixen – 1/2 der flüssigen – mixen – 1/3 der trockenen – mixen. Das klingt aufwendig, aber macht den Unterschied aus. Zum einen möchtest Du vermeiden, dass zu viel Flüssigkeit auf Fett trifft (verhält sich hier wie Wasser und Öl). Um diese Emulsion zu ermöglichen, braucht es etwas Mehl zwischendurch, das gibt eine homogene Masse und einen Kuchen, der fluffig wird, weil Du mit jedem Mal auch Luftpartikel in die Masse schlägst, aber achte darauf, den Teig nicht totzuschlagen – nur so lange, bis alle Zutaten gut miteinander vermischt sind.


Heiz den Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vor. Bereite Dir währenddessen Deine Backform vor. Kleide den Boden Deiner Backform dazu mit Backpapier ein, fette die Form mit Antihaftspray oder einem Stück Butter ein, insbesondere die Ränder (wenn Du den Boden mit Backpapier auslegst) und bestäube die Seiten mit etwas Mehl, damit der Kuchen nicht haften bleibt. Je nach Füllhöhe variiert Deine Backzeit. Kontrolliere Deinen Kuchen nach 35 Min. Sofern Du den Kuchen z.B. 5cm hoch füllst, kann die Backzeit je nach Ofen 45-55 Min. betragen. Es ist wichtig, dass Du die Stichprobe machst, indem Du mit einem Zahnstocher in den Teig stichst und prüfst, ob noch Teigreste haften bleiben. Wenn sie haften bleiben, backe einige Minuten länger, wenn nichts haften bleibt, ist dein Kuchen fertig und schön saftig, backe nicht zu lange, damit er nicht trocken wird.


Tipp: Lass Deinen Kuchen vollständig abkühlen. Wenn Du Deine Cake Pops zu einem späteren Zeitpunkt zubereiten möchtest, wickel den Kuchenteig in Frischhaltefolie ein und parke ihn im Kühlschrank oder im Gefrierfach (hier hält er sich bis zu 6 Monaten). Selbiges gilt für die Buttercreme. In einer Schale mit Folie überzogen bleibt sie im Kühlschrank einige Tage oder im Gefrierfach (bis zu 3 Monaten). Wichtig ist nur, dass sie rechtzeitig auftaut, etwas kühl darf sie noch sein, nur nicht hart, denn Du möchtest ja geschmeidige Kugeln formen.



Zerbrösel nun den abgekühlten Teig zwischen Deinen Händen zu so feinen Krümeln wie möglich. Dunkle und krustige Stellen kannst Du aussortieren. Du kannst wie ich lebensmittelechte Handschuhe verwenden, musst Du aber nicht. Es funktioniert auch mit sauberen Handflächen. Da ich häufig Cake Pops forme, weiß ich nach Gefühl und Augenmaß, wie viel Teig ich zu einer Kugel forme. Wenn du noch keine Übung hast und/oder Perfektion anstrebst, empfiehlt sich die Portiönchen abzuwiegen (meine haben immer ca. 40g) oder immer eine feste Größeneinheit zu verwenden, die es Dir erleichtert, wie etwa 1 EL. Es gibt auch Tools, mit denen Du Cake Pops gleichgroß formen kannst.

Du benötigst Buttercreme (oder Ganache), um aus dem trockenen Kuchen einen saftigen Cake Pop zu formen, der dann zurecht „Törtchen am Stiel“ genannt wird, da er in komprimierter Form das darstellt, was Du an einer Gabel hast, wenn Du dir ein leckeres Stück Torte samt Buttercreme abzwackst.



2 | Vanille Buttercreme:

So bereitst Du die Buttercreme zu:


  1. Zimmerwarme weiche Butter 5 Min. cremig schlagen.
  2. Puderzucker sieben und in zwei Hälften dazugeben und jeweils gut durchrühren (geringe Stufe, sonst fliegt Dir alles ins Gesicht).
  3. Milch und Vanilleextrakt hinzufügen und gut durchmixen.

Tipp: Durch das lange Schlagen der Butter erhältst Du eine extracremige Konsistenz. Wenn Du einen Standmixer hast, ist es einfacher. Mit einem Handmixer musst Du länger mixen, um den Zustand zu erreichen. Die Buttercreme wird außerdem so fluffig, weil das Schlagen die Creme um Luftpartikel anreicherst. Deine Geduld wird also belohnt!


Anmerkung: Wer Ganache bevorzugt, kann natürlich auch Ganache zubereiten. In meinem Rezept verwende ich Vanille Buttercreme (nach Amerikanischer Art – in meinem eigenen Zutatenverhältnis – speziell für meine Cake Pops). Wenn ich aber Cake Pops zubereite, weil ich noch etwas Kuchenteigverschnitt und Buttercreme von einer Tortenherstellung übrig habe, handelt es sich um Italienische Buttercreme bzw. „Swiss Meringue Buttercream“ (also Italienische Buttercreme nach Schweizer Zubereitungsart). Denn diese verwende ich lieber, wenn ich Torten bestreiche, da sie feiner ist. Mehr zum Thema „Buttercreme“ habe ich Dir hier zusammengefasst.


Die Buttercreme kannst Du sowohl zubereiten, während Dein Kuchen im Ofen backt und dann mit einer Frischhaltefolie abgedeckt bei Zimmertemperatur stehen lassen (ohne Folie krustet die obere Schicht) oder zu einem späteren Zeitpunkt anschlagen. Im Kühlschrank wird die Buttercreme hart und benötigt vor der Verarbeitung wieder Zeit bei Raumtemperatur cremige Konsistenz zu erlangen.



Knete nun solange Buttercreme in die Kuchenkrümel, bis du eine geschmeidige Masse erhältst, die zusammenhält, wenn Du sie zu einer Kugel formst. Aber: VORSICHT! Zu viel Buttercreme würde den Teig zu locker machen. Und zu wenig Buttercreme sorgt dafür, dass Deine Cake Pops zu bröselig werden. Das ist der Erfahrungspart. Versuch’s einfach mal oder schau in einem meiner Kurse vorbei 😉



Tipp: Ich empfehle Dir, die Cake Pops nicht einfach so auf einen Teller zu legen, sondern auf Backpapier, da sie sonst kleben bleiben. Du kannst auch wie ich ein Schneidebrett verwenden, je flacher um so besser. Teller, die am Rand abgerundet sind, bieten sich ohnehin nicht an, da wir später Stiele senkrecht in die Cake Pops stecken und diese eine gerade Fläche brauchen, weil sie sonst schief aushärten. Cake Pops brauchen zwischendurch immer Kühlung, da sie sonst ihre Form nicht halten bei der Weiterverarbeitung. Sie sollten im Kühlschrank mind. 15 Min. besser noch 30 Min. ruhen, bevor du weitermachst – länger schadet nicht, bloß wenn Du diesen Schritt auslässt, kann es sein, dass Dir die Törtchen am Stiel vom Stiel runterrutschen, weil sie keine Haftung haben.



3 | Vanille Schmelzglasur:

Fülle nun die Schmelzdrops (Candy Melts) in eine feuerfeste Schale, die tief genug ist zum Tunken. Du kannst sie über einem Wasserbad zum Schmelzen bringen. Ich verwende die Mikrowelle, da Candy Melts mikrowellengeeignet sind und beliebig oft wieder aufgewärmt und dadurch geschmolzen werden können, sobald sie einmal hart geworden sind. Der Schmelzvorgang in der Mikrowelle läuft am besten bei 300W im 30-Sekunden-Takt. Wenn du sie zu lange schmilzt, könnten sie anbrennen. Rühre lieber im 30 Sekunden jedes Mal durch und wiederhole den Schritt bis die Glasur flüssig ist. Rühren ist ganz wichtig. Die Schmelzglasur härtet sonst schnell aus. Lass sie dann auf Raumtemperatur abkühlen. Du solltest die Glasur nie heiß verwenden. Sofern die Marke, die du verwendest nicht flüssig genug wird, kann es sein, dass der Zusatz von Backfett notwendig ist. Ich streiche mir Palminfett unter die Glasur, damit sie eine geschmeidige Konsistenz erhält. Das ist Erfahrungssache.


Anmerkung: Ich verwende keine Schokolade, um Cake Pops zu überziehen (häufige Frage) und das aus zweierlei Gründen: Zum einen finde ich den Geschmack nicht passend. Die Gesamtkomposition sollte nicht zu süß und gut aufeinander abgestimmt sein und zum anderen härten die Schmelzdrops anders aus als Schokolade und sind weniger schmelzanfällig. Schokolade wird bereits ab 36°C weich, also wenn wir sie in die Hand nehmen (Körpertemperatur 37°C) – die Schmelzdrops nicht. Sie sind speziell zum Glasieren von Cake Pops geeignet, können aber auch verwendet werden, um Früchte zu verfeinern. Der Kontrast zwischen süßer Vanilleglasur auf säuerlichen Erdbeeren oder salzigen Brezel Crackern ist himmlisch!



Nimm Dir einen Stiel (diese gibt es im Tortenfachgeschäft oder in Deinem wohlsortierten Supermarkt – wenn nicht für Cake Pops, dann für Lollipops) und tunke die Spitze des Stiels in die Glasur. Stecke ihn dann senkrecht in eine Cake Pop Kugel. Wiederhole diesen Schritt mit allen Törtchen-Kugeln, die Du geformt hast. Oben bildet sich jeweils ein kleiner Glasurrand, der wie ein Ring aussieht (siehe Abbildung). Du kannst diesen so trocknen lassen, wenn er dich nicht stört, ich streiche ihn immer glatt, solange die Glasur noch nicht hart ist – sie härtet sehr schnell. Es gibt Schmelzdrops von der Marke Wilton, dort heißen sie Candy Melts (diese verwende ich sehr gerne, weil ich den Vanillegeschmack liebe). Du erhältst sie aber auch von anderen Marken, da heißen sie dann Cake Melts o.ä. (z.B. von Birkmann oder FunCakes). Was die Stiele angeht, empfehle ich papierbeschichtete Stiele und keine aus Plastik. Letztere sind zwar günstiger, aber Kunststoff muss nicht sein und ist außerdem tendenziell rutschig. Papierstiele haften besser.



Tipp: Gut Ding will Weile haben. Nun wandern die Törtchen am Stiel, die noch nackig sind, keine Glasur haben und wie kleine Kartoffelchen aussehen, erneut in den Kühlschrank – für mind. 30 Min. Sie können auch über Nacht kühlen, wichtig ist nur, dass sie bei der Weiterverarbeitung (Glasur) Zimmertemperatur haben. Grundsätzlich ist darauf zu achten, dass die Temperatur der Glasur in etwa mit der der Törtchen am Stiel übereinstimmt, da sonst aufgrund eines zu hohen Temperaturunterschieds (kalte Törtchen, warme Glasur) die Glasur später aufreißt.



Ich verwende gerne essbaren Glitzer, um meinen Cake Pops den Extra-Glamour-Faktor zu verpassen. Dieser Schritt ist natürlich optional. Du kannst Deine Cake Pops nach Belieben verzieren, z.B. über der ersten Glasurschicht (nachdem sie ausgehärtet ist) mit einer Gabel in die Glasur tunken und durch Hin-und-Her-Schwenken auf Deinem Cake Pop schöne Glasurstreifen ziehen.


Tipp: Wenn Du keine weißen Cake Pops machen möchtest, sondern farbige, rate ich Dir entsprechend farbige Schmelzdrops zu kaufen. Lebensmittelfarbe in die Schmelzglasur zu schütten würde die Glasur zerstören, weil es ein zu großer Eingriff in die Konsistenz ist und ggf. je nach Art der Farbe (wasserbasiert) das Fett in der Glasur abstößt.



Tipp: Falls Du keine Cake Pop Aufstellvorrichtung hast, bietet sich auch Styropor an. Die Candy Melt Glasur trocknet in 1-2 Min. Wenn Du also wirklich vorhast eine Glitzerveredelung vorzunehmen, hast du nicht viel Zeit. Solange die Glasur noch „klebrig“ genug ist, schüttest Du den Glitzer über einer Auffangschale einmal rundherum.

Du musst Cake Pops nicht zwangsläufig in einer Vorrichtung aufspießen, dass sie unversehrt rund bleiben, wenn Du keinen Wert darauf legst. Es ist auch möglich, sie auf einen Teller mit Backpapier ausgelegt aufzustellen, sodass die Stiele nach oben ragen und die Törtchen flach „aufliegen“. Sobald sie dann vollständig getrocknet sind, lassen sie sich später auf einer schönen Etagere auch hervorragend anrichten.



Hier habe ich sowohl Vanille als auch Red Velvet Cake Pops gemacht und in der Glasur farblich unterschieden. Auf einer Etagere mit Früchten garniert, geben Cake Pops ein wundervolles Dessert zu jeder Party.



Cake Pops können jede Gestalt annehmen. Wenn sie dann noch einen Hinweis darauf geben, wonach sie schmecken, entzücken sie auf ganzer Linie. Aus dem Verschnitt einer Ananas-Torte mit Ananas-Buttercreme formte ich beispielsweise keine runden, sondern etwas längliche Cake Pops und verzierte sie wie kleine Mini Ananas.

Zur WM machte ich kleine Fußball Cake Pops mit schwarzen Fondant-Waben und in der Weihnachtszeit kreierte ich Christbaum Kugel Cake Pops.





In jedem Fall machen Cake Pops glücklich. Am liebsten verschenke ich sie und dann gehört das schöne Verpacken fest zum Gesamtritual im Sinne von ALLES LIEBE dazu.






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